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Erfolgsrezepte der lokalen Vermarktung: Gemeinsam für die Region

03.03.2026  |  Landkreis Fuerth

Wenn 2.000 Haushalte monatlich mit frischem Gemüse versorgt werden, Auberginen-Überschüsse als kreatives Baba Ghanoush enden und regionale Produkte im Kindergarten ganz selbstverständlich auf den Teller kommen, dann funktioniert Netzwerkarbeit.

Genau diese Erfolgsgeschichten standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Runder Tisch Regionalvermarktung“, die vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth-Uffenheim gemeinsam mit der Regional- und Wirtschaftsförderung des Landkreises Fürth im Cadolzburger Bürgersaal ausgerichtet wurde. Die zentrale Botschaft des Tages war dabei unmissverständlich: Regionalvermarktung gelingt auf Dauer nur gemeinsam. 

Für die Verbraucher rückt die Herkunft ihrer Lebensmittel immer stärker in den Fokus. Wie von Landrat Bernd Obst zur Begrüßung betont wurde, reicht es heutzutage nicht 
mehr aus, lediglich Qualität anzubieten. Es sind die Geschichten hinter den Erzeugnissen, die das Vertrauen der Menschen wecken. Wenn Kunden verstehen, dass heimische Produkte kurze Transportwege haben und nachhaltig produziert werden, steigt auch die Bereitschaft, angemessene Preise für diese Qualität zu zahlen. „Transparenz, Leidenschaft und eine offene Kommunikation sind dabei die wichtigsten Werkzeuge der Direktvermarkter”, so Obst.

Wie so etwas in der Praxis aussehen kann, bewies das Beispiel der Öko-Kiste aus Obernzenn. Der Betrieb setzt auf enge Partnerstrukturen und gemeinsame Social-Media-Kampagnen, um echte Kundenbindung zu schaffen. Als der Hof kürzlich mit einer Überproduktion an Auberginen eines Lieferanten konfrontiert war, zeigte sich die Stärke eines funktionierenden Netzwerks: Kurzerhand wurde mit einem befreundeten Koch ein Rezept entwickelt, das fertige Baba Ghanoush-Gericht online beworben und die Ware innerhalb kürzester Zeit restlos verkauft. Flexibilität und Kreativität greifen hier nahtlos ineinander.

Erlebbare Region für die Kleinsten  
Auch in der Gemeinschaftsverpflegung fassen regionale Konzepte immer erfolgreicher Fuß. Ein Paradebeispiel liefert der Kindergarten St. Martin in Nürnberg, wo täglich frisch, regional und saisonal gekocht wird. Durch die Zusammenarbeit mit flexiblen, nahen Lieferanten wie der „RosaKuh“ aus dem Landkreis Fürth landen nicht nur gesunde Mahlzeiten auf den Tellern, die Kinder lernen auch direkt, woher ihr Essen stammt. Regelmäßige Besuche bei den Erzeugern machen die Landwirtschaft für die nächste Generation greifbar und beweisen zudem, dass regionale Verpflegung nicht zwangsläufig teurer sein muss.

Einen weiteren Höhepunkt des Austauschs bildete die beeindruckende Entwicklung der „Grischberli“-Chips aus dem Fürther Land. Die Unternehmerin Eva Zwingel baute 
ihr Netzwerk für Kartoffelprodukte von anfangs 15 Hofläden auf mittlerweile rund 800 Verkaufsstellen aus. Dieser gewaltige Sprung verdeutlicht, dass Mut, Durchhaltevermögen und vor allem starke Partner entscheidend für ein solches Wachstum sind. Solche Entwicklungen unterstreichen den Kerngedanken der Initiative 
„Gutes aus dem Fürther Land“: Es geht in der Region nicht um Konkurrenz, sondern um die gemeinsame Sache.

Krisenfeste Strukturen schaffen  
Die Bedeutung dieser lokalen Kreisläufe reicht jedoch weit über den reinen Verkauf hinaus. Seitens des AELF wurde darauf hingewiesen, dass eine starke regionale 
Produktion die Gesellschaft insgesamt widerstandsfähiger macht. Angesichts globaler Lieferketten und weltweiter Warenströme ist eine funktionierende Ernährungsnotfallvorsorge vor Ort essentiell. Je mehr Lebensmittel direkt in der Region erzeugt und verarbeitet werden – sei es für den Einzelkauf oder für große Kantinen –, desto resilienter ist die gesamte heimische Infrastruktur.

Der Weg in die Direktvermarktung ist nicht immer einfach und erfordert neben Herzblut oft auch eine Portion Idealismus. Veranstaltungen wie der Runde Tisch bieten dafür 
die ideale Plattform, um Ideen wachsen zu lassen und den Austausch auf Augenhöhe zu fördern. Am Ende des Tages nahmen die Landwirte, Produzenten und Initiatoren 
eine klare Erkenntnis mit auf den Heimweg: Mit Wille, Offenheit und einem starken Netzwerk entstehen in der regionalen Landwirtschaft nicht nur Nährwerte, sondern echte Mehrwerte.

Kontakt: 
Landratsamt Fürth 
Regional- und Wirtschaftsförderung                                                                   
Im Pinderpark 2 
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