Premiere von „Ned mit mir!“: Kabarett zur Kriminalprävention
09.12.2025 | Landkreis Fuerth
Zwischen Lachen und Nachdenken entstand ein Abend, der Unterhaltung und Aufklärung miteinander verband. Schon beim Betreten des Raums fiel ein altes schwarzes Telefon mit Wählscheibe ins Auge, das mitten auf einem Tisch stand. Daneben lehnte eine Ziehharmonika, die Bauer im Lauf der Veranstaltung zum Einsatz brachte.
Bauer, der mit markant bayerischem Akzent und kräftiger Bühnenpräsenz die Rolle eines arglosen Menschen spielte, führte das Publikum durch typische Betrugssituationen. In seinen Sketchen wurde er immer wieder zum Opfer perfider Maschen. Die Situationen waren überspitzt dargestellt, doch die Mechanismen dahinter sind real. Genau an dieser Stelle setzte der zweite Teil des Abends an.
Zwischen Lachen und Erschrecken
Während Bauer für herzhaftes Lachen sorgte, griff Kriminalhauptkommissar Michael Sporrer die Szenen unmittelbar auf und erläuterte die Methoden von Betrügern. Er sprach über Schockanrufe, über den Enkeltrick und über raffinierte Manipulationen im Netz. Immer wieder war zu hören, wie im Saal die Stimmung zwischen Amüsement und Erschrecken wechselte. Sporrer stellte klar, dass viele Täter professionell vorgehen und ein bemerkenswertes psychologisches Feingefühl besitzen, um Menschen im entscheidenden Moment unter Druck zu setzen.
Projekt mit deutlicher Wirkung
Die Veranstaltung ist Teil einer bayernweit tourenden Präventionsinitiative. Ursprünglich im Landkreis Dingolfing-Landau gestartet, wurden dort bereits sinkende Schadenssummen durch Callcenter-Betrug verzeichnet. Nun macht das Projekt dank einer finanziellen Unterstützung der VR-Bank auch in Mittelfranken Station und stößt auf erheblichen Zuspruch: Bereits Mitte November waren alle 150 Plätze für Seukendorf vergeben. Die mittelfränkische Premiere wurde auf Spendenbasis zugunsten der Landkreisstiftung durchgeführt, begleitet von einem Informationsstand der Kripo Fürth.
Format erreicht Menschen
Landrat Bernd Obst würdigte das Zusammenspiel aus Kabarett und Aufklärung. Er erklärte, dass diese Form der Prävention Menschen erreiche, „weil sie berührt, überrascht und gleichzeitig stärkt“. Präventionsarbeit funktioniere besonders gut, wenn sie den Alltag der Menschen abhole und komplexe Themen verständlich mache. „Genau das gelingt diesem Format mit großer Leichtigkeit“, so Obst.
Mitmachen erwünscht
Zum Abschluss des Abends wurde das Publikum aktiv eingebunden. Es galt, Fragen zu beantworten, Rätsel zu lösen und Beispiele aus dem eigenen Umfeld beizusteuern. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, um nach den richtigen Reaktionen im Ernstfall zu fragen. Sporrer gab dazu Hinweise, die sich sofort anwenden lassen. Am Ende war es ein sehr lehrreicher Nachmittag: humorvoll, lehrreich und nahe an der Lebenswirklichkeit vieler Menschen. Die Premiere zeigte eindrucksvoll, wie kreativ Prävention sein kann. Aufgrund der großen Nachfolge wird über einen Folgetermin nachgedacht.
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