Tradition, Regionalität und Kulinarik – Karpfenabfischen mit Ministerpräsident im Landkreis Fürth
30.09.2025 | Landkreis Fuerth
Neben dem Ministerpräsidenten nahmen auch Landrat Bernd Obst, Bürgermeister Jürgen Habel, Landtagsabgeordnete, Kreisräte, Vertreter des Bauernverbandes und der Teichgenossenschaft sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Landwirtschaft und Gesellschaft teil. Der Fisch landete dabei wortwörtlich „vom Weiher auf den Teller“.
Bayern setzt auf den Schutz und die Förderung des fränkischen Karpfens als regionales Kulturgut. Dazu sagte Söder: „Bayern ist Karpfen-Land Nummer 1 - und der fränkische Karpfen ist ein echtes Stück Heimat. Er ist typisch fränkisches Kulturgut: regional, hochwertig und nachhaltig. Schon als Kind war ich oft mit meiner Verwandtschaft im Landkreis Fürth unterwegs und esse bis heute sehr gerne gebackenen Karpfen. Ein besonderer Genuss, der für mich einfach dazugehört.
Unsere Teichwirte und Fischer verdienen volle Unterstützung. Sie stehen für Qualität, regionale Wertschöpfung und leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Natur und Umwelt. Deshalb: weniger Bürokratie, mehr Freiheit - damit der Karpfen in unseren Gastwirtschaften auch künftig bezahlbar bleibt. Mittelstand und Familienbetriebe wie hier in Horbach sind die Basis unseres Wohlstands in Bayern.“
Jahrhundertealte Teichwirtschaft im Mittelpunkt
Das Karpfenabfischen stellte eindrucksvoll die tiefe Verankerung der Teichwirtschaft in der Region heraus. Über Generationen hinweg wurden im Landkreis Fürth Teichanlagen gepflegt, die nicht nur landschaftsprägend, sondern auch ökologisch bedeutsam sind. Die Bewirtschaftung erfolgt ressourcenschonend und in enger Abstimmung mit natürlichen Kreisläufen.
„Unsere Teichwirtschaft steht exemplarisch für nachhaltige Landwirtschaft, in der Tradition, Naturbewusstsein und regionale Wertschöpfung Hand in Hand gehen,“ betonte Landrat Bernd Obst. „Das Karpfenabfischen macht diese Arbeit sichtbar – und schmeckbar.“
Die rund 200 Teichwirte der Genossenschaft im Landkreis bewirtschaften ihre Weiher gemeinschaftlich. Der Arbeitsaufwand über das Jahr hinweg ist beträchtlich: Vom Karpfenbesatz über die Fütterung mit hofeigenem Getreide bis zur Sauerstoffkontrolle der Teiche. Unterstützt werden sie dabei u. a. durch den Fischerzeugerring.
Herausforderungen durch den Klimawandel
Der Klimawandel stellt auch die regionale Teichwirtschaft vor wachsende Herausforderungen. Steigende Wassertemperaturen und sinkender Sauerstoffgehalt erfordern ständige Kontrolle und Anpassung.
„Die Bewirtschaftung unserer Teiche verlangt heute weit mehr Know-how als noch vor 20 Jahren,“ erläuterte Michael Maderer, Vorsitzender der Teichgenossenschaft Landkreis Fürth. „Die Teichwirtschaft lebt vom Miteinander – nur durch gemeinsames Handeln können wir diese nachhaltige Form der Fischzucht erhalten.“ Der Karpfen bleibt der Hauptfisch der Region, daneben werden auch Schleie, Zander und Hecht in den Teichen aufgezogen. Die kurzen Transportwege ermöglichen es, die Fische direkt an lokale Gastronomiebetriebe zu liefern – wie im Fall der Rechtlergemeinschaft Horbach, die ihre Fische an den benachbarten Gasthof Seerose verkauft.
Kulinarischer Genuss mit Herkunft
Im Anschluss an das Abfischen konnten die Gäste regionale Fischspezialitäten genießen: Vom Backfischbrötchen über Karpfenchips bis zum gebackenen Karpfen – alles frisch und direkt vom Weiher.
„Unsere Landwirtschaft braucht eine starke Verbindung zur Region – das Karpfenabfischen zeigt, wie gut das gelingen kann,“ sagte Peter Köninger, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes. „Hier entstehen hochwertige
Lebensmittel mit kurzen Wegen und viel Engagement.“
Gastronomie mit Verantwortung
Der Gasthof und Landhotel Seerose in Horbach ist seit Jahrzehnten eine feste Größe in der Region – sowohl für Gäste als auch als Partner der regionalen Landwirtschaft. Neben Karpfen bietet die Küche eine breite Palette an saisonalen und regionalen Spezialitäten.
„Der direkte Bezug zu unseren Erzeugern ist uns enorm wichtig – bei uns kommt der Fisch wirklich aus dem Nachbarweiher,“ erklärte Jochen Peter, Geschäftsführer des Gasthofes Seerose. „Das schmecken die Gäste – und sie schätzen diese Qualität mehr denn je.“
Regionalität, Nachhaltigkeit und Zukunft
Die Initiative „Gutes aus dem Fürther Land“ setzt sich für die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten ein – und zeigt am Beispiel des Karpfens, wie ökologische Verantwortung, landwirtschaftliches Know-how und kulinarischer Genuss zusammenwirken können.
„Regionalität ist mehr als ein Trend – sie ist eine Haltung,“ fasste Landrat Bernd Obst zusammen. „Das Karpfenabfischen macht sichtbar, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Erzeugern, Gastronomen und Konsumenten ist – für unsere Umwelt, unsere Wirtschaft und unsere Identität.“
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