Vom Truppenübungsplatz zum Naturschutzgebiet: 30 Jahre Hainberg
24.06.2025 | News Kategorien
Die Geschichte des Hainbergs reicht weit zurück – bis in den Dreißigjährigen Krieg, als das Gelände Teil von Wallensteins Lager war. Die sandigen, nährstoffarmen Böden machten das Areal später für die Landwirtschaft unattraktiv, erwiesen sich aber als ideal für militärische Zwecke. Ab 1898 nutzte zunächst die Königlich Bayerische Armee, später die US-Army und schließlich die Bundeswehr das Gelände. Erst mit dem Ende der militärischen Nutzung begann ein neues Kapitel: 1995 wurde der Hainberg offiziell zum Naturschutzgebiet erklärt.
Hotspot für Artenvielfalt
Die jahrzehntelange militärische Nutzung prägte die Landschaft stärker als gedacht: Die Fahrten mit schwerem Gerät hielten den Boden offen und es konnten sich einzigartige Sandlebensräume entwickeln. Heute ist der Hainberg der größte zusammenhängende Sandmagerrasen in ganz Nordbayern – und ein letztes Refugium für Arten wie die Sandgrasnelke, die Heidelerche oder die blauflügelige Ödlandschrecke. Doch nicht nur Magerrasen prägt das Gebiet. Dünen, Heiden, lichte Eichen- und Kiefernwälder sowie der natürliche Bachlauf des Asbachs bieten auf engstem Raum eine enorme ökologische Vielfalt.
Schafe als Rasenmäher
Die Pflege dieser einzigartigen Landschaft ist aufwendig. Um die offenen Flächen zu erhalten, kommen jedes Jahr im Sommer Schafe zum Einsatz. Wenn sie weiden, wird der Wildwuchs von Büschen verhindert und damit der Lebensraum für seltene Insekten- und Pflanzenarten erhalten. Darüber werden invasive Arten wie die spätblühende Traubenkirsche oder die Robinie regelmäßig entfernt. Sie bedrohen die empfindlichen Ökosysteme und könnten langfristig die heimische Flora und Fauna verdrängen.
Schutzzonen regeln das Miteinander
Damit auch in Zukunft Mensch und Natur harmonisch koexistieren können, ist das Naturschutzgebiet in verschiedene Zonen eingeteilt. In der streng geschützten Kernzone (Zone A) ist das Verlassen der Wege ganzjährig untersagt. In der Brutschutzzone (Zone B) gilt diese Regel vom 1.4. bis 30.6., um vor allem bodenbrütende Vögel wie die Heidelerche vor Störungen zu schützen und den Bruterfolg der stark gefährdeten Arten zu sichern.
Auch Hunde müssen im gesamten Gebiet an der Leine geführt werden – denn für viele Wildtiere sind sie ein gefährlicher Störfaktor. Rücksichtnahme und Respekt vor der Natur sind entscheidend, um den Hainberg auch für kommende Generationen zu bewahren.
Damit ist der 30. Geburtstag des Hainbergs Anlass, das Naturschutzgebiet zu feiern und gleichzeitig das Bewusstsein für dieses besondere Stück Natur zu vertiefen.
Wann, wo und wie wird gefeiert?
Termin: 30.6.2025 ab 15 Uhr, Begrüßung mit anschließender Führung um 17 Uhr
Treffpunkt: Hainberg, Nähe Eingang Friedhof Unterasbach
Aktionen: Infostände der Naturschutzfachkräfte des Landkreises Fürth und der Stadt Nürnberg sowie der Bayerischen Naturschutzwacht mit Spielen und Mitmachaktionen
Die naturkundliche Führung wird begleitet von Landrat Bernd Obst, der Referentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg, Britta Walthelm, Steins Erstem Bürgermeister Kurt Krömer und dem Zweiten Bürgermeister Norbert Schikora der Stadt Oberasbach.
Für die kostenlose Führung bitte bis zum 25.6.2025 anmelden: https://xima.landkreis-fuerth.de/frontend-server/form/alias/1/HainbergfuehrungAnmeldung/
„Lebensraum Sand“:
Eine faszinierende Fotoausstellung über artenreiche Sandlandschaften
Anlässlich des 30sten Geburtstags des Hainbergs zeigt die Fotoausstellung „Lebensraum Sand“ im Foyer des Landratsamtes Zirndorf im Pinderpark 2 bis einschließlich 3. Juli 2025 die beeindruckende Artenvielfalt und den ökologischen Wert von Sandlandschaften in Nordbayern. Die Ausstellung präsentiert professionelle Makroaufnahmen von Tieren und Pflanzen, die in den sandigen Lebensräumen der Sandachse, einem einzigartigen ökologischen Korridor zwischen Bamberg und Weißenburg, beheimatet sind. Gestaltet wurde sie vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V, (LBV).
Die Fotografien zeigen unter anderem seltene Arten wie die blauflügelige Ödlandschrecke, das Przewalski-Pferd und den Wiedehopf. Auch Pflanzen wie die Sandgrasnelke und das Heidekraut sind Teil der Ausstellung. Diese Bilder verdeutlichen, dass Sandlandschaften, die auf den ersten Blick karg erscheinen, eine beeindruckende Vielfalt spezialisierter Arten beherbergen, die sich an diese Lebensräume angepasst haben.
Die Ausstellung soll das Bewusstsein für den ökologischen Wert der Sandlandschaften schärfen und die Schönheit dieser oft übersehenen Lebensräume hervorheben-. Sie soll dazu anregen, die Vielfalt und den Reichtum der Natur in der unmittelbaren Umgebung zu schätzen.
Geöffnet ist sie während der regulären Öffnungszeiten des Landratsamtes.
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