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Erste Hilfe bei seelischen Krisen: Neues Kursangebot startet in Stadt und Landkreis Fürth

28.07.2026  |  Landkreis Fuerth

Wie lässt sich erkennen, dass ein Mensch in eine seelische Krise geraten ist? Wie kann ein Gespräch begonnen werden, und an welche Hilfsangebote können Betroffene vermittelt werden? Antworten auf diese Fragen vermittelt das Kursprogramm „Helfen in Seelischer Not“, kurz HSN. Das Angebot ist nun auch in der Stadt und im Landkreis Fürth gestartet.

v.l.n.r.: Bürgermeister Stadt Fürth Markus Braun, Lisa Rogner, Kommunales Gesundheitsmanagement Stadt Fürth, Prof. Dr. Langguth und Roger Schmidt, Projektleiter HSN, Martina Eckmüller, GesundheitsregionPlus Landkreis Fürth, Isabelle Rausch, Fortbildungsreferentin HSN, Kathrin Kröniger Kommunales Gesundheitsmanagement Stadt Fürth, Landrat Bernd Obst sowie Dr. Mirka Möldner, Abteilungsleitung Landratsamt Fürth

v.l.n.r.: Bürgermeister Stadt Fürth Markus Braun, Lisa Rogner, Kommunales Gesundheitsmanagement Stadt Fürth, Prof. Dr. Langguth und Roger Schmidt, Projektleiter HSN, Martina Eckmüller, GesundheitsregionPlus Landkreis Fürth, Isabelle Rausch, Fortbildungsreferentin HSN, Kathrin Kröniger Kommunales Gesundheitsmanagement Stadt Fürth, Landrat Bernd Obst sowie Dr. Mirka Möldner, Abteilungsleitung Landratsamt Fürth

Landrat Bernd Obst und Fürths Bürgermeister Markus Braun eröffneten am Montag, 27. Juli 2026, im Landratsamt am Stresemannplatz die gemeinsame Initiative. Sie soll möglichst vielen Menschen grundlegende Handlungssicherheit im Umgang mit psychischen Belastungen und Krisensituationen vermitteln.

Möglich wird das Angebot durch die Unterstützung der Manfred Roth Stiftung. Mit ihrer Förderung können insgesamt 15 HSN-Kurse in der Stadt und im Landkreis Fürth kostenlos angeboten werden. Die Gesundheitsregion Plus des Landkreises Fürth und das kommunale Gesundheitsmanagement der Stadt Fürth übernehmen gemeinsam die Organisation und Umsetzung vor Ort.

Psychische Erste Hilfe als Basiskompetenz 
HSN ist nach dem Vorbild klassischer Erste-Hilfe-Kurse aufgebaut. Während dort die Versorgung körperlicher Verletzungen im Mittelpunkt steht, geht es bei HSN darum, seelische Krisen frühzeitig wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren. Die Teilnehmer lernen, Warnsignale zu erkennen, ein Gespräch anzubieten und Betroffene bei Bedarf an professionelle Hilfsstellen weiterzuvermitteln.

Grundlage des etwa zweistündigen Kurses sind die drei Handlungsschritte „Hinschauen, Sprechen und Netzwerken“. Das niedrigschwellige und praxisorientierte Konzept wurde an der Universität Regensburg in Zusammenarbeit mit dem medbo Bezirksklinikum Regensburg und dem Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit Josefstal entwickelt. Es wird wissenschaftlich begleitet und vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.

Prof. Dr. Berthold Langguth, Projektleiter von HSN sowie Chefarzt am medbo Bezirksklinikum Regensburg, stellte bei der Auftaktveranstaltung die Bedeutung psychischer Erster Hilfe vor. Ziel sei es, grundlegende Handlungskompetenzen in der Bevölkerung zu stärken und Unsicherheiten im Umgang mit Menschen in seelischen Krisen abzubauen.

Isabelle Rausch, Fortbildungsreferentin für HSN, berichtete zudem über Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung des Programms in Kommunen. Dabei wurde deutlich, dass psychische Erste Hilfe in vielen Lebensbereichen eine Rolle spielen kann, etwa am Arbeitsplatz, in Schulen, Vereinen, Familien oder im Freundeskreis.

Landrat Bernd Obst betonte: “Psychische Krisen können jeden Menschen treffen. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen wissen, wie sie Betroffene ansprechen, unterstützen und an geeignete Hilfsangebote vermitteln können.“ Zudem ergänzt Fürths Bürgermeister Markus Braun: „Schnelle Hilfe in seelischer Not ist mitunter genauso wichtig wie Erste Hilfe bei körperlichen Verletzungen - auch hierfür hilft eine gute Vorbereitung und Handlungswissen, um situativ richtig reagieren zu können!“

Erste Schulung direkt nach der Auftaktveranstaltung 
Im Anschluss an die Vorstellung des Programms nahmen Mitarbeiter der Stadt Fürth und des Landratsamtes Fürth an einer ersten HSN-Schulung teil. Dabei beschäftigten sie sich unter anderem mit möglichen Warnsignalen, geeigneten Gesprächseinstiegen, den Grenzen der eigenen Hilfsmöglichkeiten und der Vermittlung an professionelle Beratungs- und Hilfsangebote.

Weitere kostenlose Kurse sind für den Herbst vorgesehen. Die Volkshochschule Fürth bietet drei Kurse für die Bürgerinnen und Bürger an. Über die Volkshochschule südlicher Landkreis sind zwei weitere offene Kurse sowie ein Angebot für Mitarbeiter der 14 Landkreisgemeinden vorgesehen. Ein zusätzlicher Kurs richtet sich an einen Partnerschaftsverein.

Kurstermine für Bürgerinnen und Bürger 
16. Oktober, 16:00 bis 18:00 Uhr: Volkshochschule Südlicher Landkreis Fürth 
27. Oktober, 18:30 bis 20:30 Uhr: Volkshochschule Stadt Fürth 
16. November, 19:00 bis 21:00 Uhr: Volkshochschule Südlicher Landkreis Fürth 
25. November, 19:00 bis 21:00 Uhr: Volkshochschule Stadt Fürth 
28. Januar 2027, 18:30 bis 20:30 Uhr: Volkshochschule Stadt Fürth

Weitere Informationen zu den Kursen sowie die Buchung erfolgt über die jeweilige Volkshochschule.

Darüber hinaus sind Angebote für weitere Zielgruppen wie Schulen, Lehrkräfte und Vereine in Vorbereitung. Auch Unternehmen, Organisationen und Einrichtungen können das Kursprogramm künftig für eigene Mitarbeiter oder Mitglieder nutzen und entsprechende Schulungen selbst finanzieren.

Mit der Initiative wollen Stadt und Landkreis Fürth dazu beitragen, psychische Krisen früher zu erkennen, Berührungsängste abzubauen und Betroffene schneller mit geeigneten Hilfsangeboten in Kontakt zu bringen. 

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