Skip to main content

Ton, Feuer und moderne Technik: Landrat und Bürgermeister besuchen Jacobi Tonwerke

18.06.2026  |  News Kategorien

Ton wird in Langenzenn seit fast eineinhalb Jahrhunderten abgebaut. Noch heute entstehen dort Dachziegel, die auf Gebäuden in der Region und weit darüber hinaus eingesetzt werden. Beim Besuch der Jacobi Tonwerke GmbH bekamen Landrat Bernd Obst und Langenzenns Erster Bürgermeister Christian Ell einen Einblick in einen Betrieb, der fränkische Industriegeschichte, handwerkliche Tradition und moderne Fertigung miteinander verbindet.

Gruppe von Menschen besichtigen eine Tongrube

In Langenzenn wird bereits seit 1878 Ton abgebaut. Auf dem rund 22 Hektar großen Werksgelände der Jacobi Tonwerke GmbH liegen Tonabbau, Produktion, Brennöfen und Rekultivierungsflächen eng beieinander. Fotos: Roland Beck

Landrat und Bürgermeister schauen sich Dachziegel an

Das Unternehmen entwickelt innovative dachintegrierte Photovoltaiklösungen, die Funktionalität und Ästhetik miteinander verbinden – davon überzeugten sich Landrat Bernd Obst und Langenzenns Erster Bürgermeister Christian Ell vor Ort.

Gruppe von Menschen vor einer Dachziegelausstellung

Landrat, Bürgermeister sowie die Regional- und Wirtschaftsförderung des Landkreises Fürth erhielten Einblick in einen Betrieb, der fränkische Industriegeschichte, handwerkliche Tradition und moderne Fertigung miteinander verbindet.

Auf dem rund 22 Hektar großen Werksgelände liegen Tonabbau, Produktion, Brennöfen und Rekultivierungsflächen eng beieinander. Schon zu Beginn wurde deutlich, welche Dimension der Standort hat. Für den Besuch hatte das Unternehmen erstmals einen virtuellen Werksrundgang vorbereitet. Ein Drohnenfilm gab zunächst einen Überblick über das Gelände, bevor Landrat und Bürgermeister gemeinsam mit der Geschäftsführung die Produktion besichtigten.

Organisiert und begleitet wurde der Termin von der Regional- und Wirtschaftsförderung des Landkreises Fürth. Solche regelmäßigen Betriebsbesuche sind für den Landrat und die Wirtschaftsförderung ein wichtiges Instrument, um im direkten Austausch mit den heimischen Unternehmen zu bleiben. Dabei geht es auch darum, aktuelle Herausforderungen etwa bei Bürokratie, Fachkräftesicherung, Energieversorgung oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus erster Hand zu erfahren und den Wirtschaftsstandort Landkreis Fürth gezielt zu stärken. 

Die Jacobi Tonwerke GmbH zählt zu den traditionsreichsten mittelständischen Herstellern von Tondachziegeln in Deutschland. Die Unternehmensgeschichte reicht bis ins Jahr 1860 zurück. Seit mehr als 165 Jahren steht das familiengeführte Unternehmen für Qualität, Beständigkeit und Innovationskraft in der deutschen Dachziegelbranche.

In Langenzenn wird bereits seit 1878 Ton abgebaut. Über viele Jahrzehnte war die Stadt ein bedeutender Standort der Dachziegelproduktion. Seit 2019 ist Jacobi die letzte herstellende Dachziegelei im fränkischen Raum. Das Unternehmen wird heute in sechster Generation geführt. 

Die Region bietet nach den Worten der Geschäftsführung nicht nur eine starke industrielle Tradition und gute infrastrukturelle Voraussetzungen, sondern auch hervorragend qualifizierte Fachkräfte und eine enge Verbundenheit mit dem Handwerk. „Wir freuen uns sehr über das Interesse des Landrats und des Bürgermeisters an unserem Standort in Langenzenn. Unsere Mitarbeiter, unsere Kunden und unsere Partner kommen vielfach aus Franken. Diese starke Verwurzelung ist für uns ein wichtiger Erfolgsfaktor und zugleich Ansporn, den Standort nachhaltig weiterzuentwickeln“, sagte Geschäftsführer Günther Reese.

Die Kernkompetenz des Unternehmens liegt in der Entwicklung und Produktion hochwertiger Dachziegel aus natürlichem Ton. Dabei verbindet Jacobi den traditionellen Werkstoff mit moderner Fertigungstechnologie, einer großen Designvielfalt und langlebiger Qualität. Besonders bekannt ist der Standort Langenzenn als Spezialist für Biberschwanzziegel und anspruchsvolle Dachlösungen, die sowohl im Neubau als auch in der Sanierung und Denkmalpflege eingesetzt werden. 

Beim Rundgang durch die Produktion wurde sichtbar, wie aufwendig der Weg vom Rohstoff bis zum fertigen Dachziegel ist. Ton wird aufbereitet, geformt, getrocknet und anschließend gebrannt. Die Öfen erreichen Temperaturen von rund 1000 Grad. Nach Angaben des Unternehmens sind einzelne Ofenanlagen bis zu 100 Meter lang. Gerade diese Brenntechnik gehört zu den besonders anspruchsvollen Teilen der Produktion, weil die Ziegel über den gesamten Brennprozess hinweg gleichmäßig behandelt werden müssen. 

Auch die Lage der Bauwirtschaft war Thema des Austauschs. Die Geschäftsführung verwies darauf, dass insbesondere der Wohnungsbau und die Sanierung für das Unternehmen wichtige Märkte seien. Nach den schwierigen vergangenen Jahren bleibe die Situation für viele Betriebe der Baubranche angespannt. Für einen regional verwurzelten Mittelständler wie Jacobi sei es deshalb wichtig, langfristig zu denken, den Standort weiterzuentwickeln und zugleich auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren. 

Dachziegel werden energieintensiv hergestellt. Nach Angaben des Unternehmens ist Erdgas für die bestehenden Öfen derzeit weiterhin notwendig, weil sich die erforderliche Heizleistung nicht einfach durch Strom ersetzen lasse. Perspektivisch spiele grüner Wasserstoff eine wichtige Rolle. Eine Umstellung sei jedoch technisch anspruchsvoll und mit erheblichen Investitionen verbunden. Gerade daran zeige sich, vor welchen Herausforderungen energieintensive mittelständische Betriebe bei der Dekarbonisierung stehen. 

Nachhaltigkeit ist für Jacobi ein zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Das Unternehmen setzt auf regionalen und ressourcenschonenden Tonabbau, kurze Transportwege und energieeffiziente Produktionsprozesse. Hinzu kommt die Rekultivierung von Flächen, die nach dem Tonabbau wieder in Natur- und Landschaftsräume überführt werden.

Darüber hinaus entwickelt Jacobi innovative dachintegrierte Photovoltaiklösungen, die Funktionalität und Ästhetik miteinander verbinden. Mit Lösungen wie dem „Stylist-PV“ oder „J160-PV“ entwickelt das Unternehmen Solardachsysteme, die sich harmonisch in die Dachfläche einfügen.

Dominic Jung, Geschäftsführer und verantwortlich für den Bereich Energie und Umwelt, sagte: „Als traditionsreiches Familienunternehmen tragen wir Verantwortung – für unsere Region, unsere Mitarbeiter und kommende Generationen. Deshalb investieren wir gezielt in nachhaltige Produktionsprozesse und innovative Solardachlösungen. Dabei zeigen wir, dass sich Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und hochwertige Architektur erfolgreich verbinden lassen.“

Landrat Bernd Obst würdigte beim Besuch die Bedeutung des Unternehmens für den Wirtschaftsstandort Landkreis Fürth. „Unternehmen wie Jacobi zeigen, wie der Mittelstand im Landkreis Fürth Tradition und Innovation vereint, um die Energiewende durch nachhaltige Produkte aktiv mitzugestalten“, betonte der Landrat.

Auch Langenzenns Erster Bürgermeister Christian Ell hob die besondere Rolle des Unternehmens für die Stadt hervor. „Dass wir mit Jacobi die letzte produzierende Dachziegelei Frankens in unserer Stadt haben, macht uns stolz. Das Unternehmen sichert nicht nur Arbeitsplätze vor Ort, sondern hält auch ein historisches Handwerk am Leben, das seit 1878 tief mit Langenzenn verwurzelt ist“, sagte Ell. 

An den beiden Produktionsstandorten Bilshausen und Langenzenn beschäftigt die Jacobi Firmengruppe rund 400 bis 430 Mitarbeiter. Das Unternehmen sucht kontinuierlich engagierte Fachkräfte, die moderne Produktion mit traditionellem Werkstoff verbinden möchten. Zudem ist Jacobi Ausbildungsbetrieb und investiert gezielt in die Nachwuchsförderung. Viele Mitarbeiter sind dem Unternehmen seit Jahrzehnten verbunden.

Landrat und Bürgermeister bedankten sich für den Einblick in die Ziegelherstellung und wünschten dem Unternehmen weiterhin viel Erfolg.