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Umweltbildung: Aktionstag „WasserVision“ am Gymnasium Stein

28.04.2026  |  News Kategorien

Im April gastierte das bundesweite Projekt „WasserVision“ im Landkreis Fürth. In der Aula des Gymnasiums Stein setzten sich Jugendliche intensiv mit Lösungsansätzen für eine nachhaltige und global gerechte Wasserwirtschaft auseinander – und mit der Frage, welchen Beitrag sie selbst leisten können.

In der Aula des Gymnasiums Stein informierten sich Jugendliche über das Thema Wasser

Landrat Bernd Obst Begrüßt das Publikum vor der Präsentation zur Wasservision

Landrat Bernd Obst begrüßte alle Teilnehmer zum Aktionstag „Wasservision“ am Gymnasium Stein. Fotos: Roland Beck

„Fränkische Sahara“ 
Landrat Bernd Obst betonte, dass Mittelfranken, das er als „fränkische Sahara“ bezeichnete, stark auf externe Wasserlieferungen angewiesen sei. Um den enormen Bedarf zu decken, pumpt der Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum jährlich rund 30 Millionen Kubikmeter Trinkwasser aus Gebieten wie dem DonauRies in die hiesigen Leitungen. Das entspricht etwa dem doppelten Volumen des Kleinen Brombachsees, der als Teil eines Überleitungssystems den trockenen Norden Bayerns mit Wasser aus dem wasserreicheren Süden versorgen soll. 

Bewusster Umgang mit Wasser 
Besonders in heißen Sommermonaten zeige sich laut Obst, dass viele Haushalte, bedenkenlos ihre braunen Rasenflächen wässern, während die Pegelstände in den Hochbehältern kritisch sinken und teilweise ein Wassernotstand droht. Er beschrieb zudem das paradoxe Konsumverhalten: Während häufig vermeintlich hohe Wassergebühren genannt würden, gäben Menschen im Supermarkt viel Geld für abgefülltes Wasser aus. Dabei sei das heimische Leitungswasser nicht nur weitaus günstiger, sondern unterliege in der Regel auch weitaus strengeren Qualitätskontrollen. 

Wasser im Alltag 
Hier setzt auch die zentrale Botschaft der Veranstaltung an: Ein bewusster Umgang mit Wasser beginnt im Alltag –  etwa durch sparsamen Verbrauch, Wasserreinhaltung oder durch nachhaltige Konsumentscheidungen. 
Qualität des Trinkwassers Diesen Aspekt der Qualität und Daseinsvorsorge griff auch der Erste Bürgermeister Kurt Krömer auf. Er stellte klar, dass die Wasserversorgung zwingend in kommunaler Hand bleiben müsse und warnte eindringlich vor einer Privatisierung und Kommerzialisierung durch Unternehmen, wodurch die Profitgier unweigerlich zulasten der Verbraucher gehen würde. Ein Qualitätsmerkmal des heimischen Trinkwassers sei die Überprüfung anhand von über 120 Parametern – ein hoher Standard, den herkömmliches Flaschenwasser mit lediglich rund 70 untersuchten Parametern oftmals nicht erreiche. Um genau dieses Bewusstsein für den Wert des Wassers bei der jüngeren Generation zu schärfen, führten die Moderatoren Patrick Dujardin und Björn Wiele vom gemeinnützigen Verein „Die Multivision e. V.“ durch den weiteren Vormittag.  
 

Kostbares Gut 
Obwohl zwei Drittel der Erdoberfläche von Wasser bedeckt sind, bestehen fast 98 Prozent davon aus Salzwasser in den Ozeanen. Effektiv sind lediglich 0,4 Prozent als Süßwasser für den Menschen nutzbar. Diese knappe Menge bildet die Lebensgrundlage für sämtliche Lebewesen und Pflanzen an Land. Gleichzeitig liegt der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei rund 120 Litern. Der Klimawandel mit zunehmenden Dürren und Überschwemmungen, das Bevölkerungswachstum sowie ein weltweit ungleicher Zugang zu Wasser verschärfen die Situation zusätzlich und bergen wachsende Konfliktpotentiale.  

Sensibilisierung junger Menschen 
Die Veranstaltung „WasserVision“ vermittelt Wissen, zeigt globale Zusammenhänge auf und stärkt das Bewusstsein für die Ressource Wasser. Der Verein „Multivision e.V.“ wird unter anderem von Organisationen wie Help –  Hilfe zur Selbsthilfe, Hamburg Wasser und dem Deutschen Städtetag unterstützt. Das Projekt „WasserVision“ fand in drei 90-minütigen Durchgängen statt.